Ende der Sommerpause

19.9.2006

So, jetzt ist der Sommer vorbei, jetzt kann ich auch mal wider bloggen, statt in der Sonne im Herrngarten rumzuliegen. :-)

Markus hat mich auf Graham Attwells Blog aufmerksam gemacht. Das ist ein Walise der über Lernen, Wissen und Technologien schreibt. Unter anderem habe ich mir seinen Beitrag für die Alt-C Konferenz angesehen: Ein achtminütiges Video in dem er über PLE’s — Persönliche Lernumgebungen redet. Naja, eigentlich redet er vor allem ganz viel darüber, was für obskure Vorstellungen von E-Learning herumgeistern, und was man alles stattdessen machen könnte.

Besonders gefallen hat mir der Punkt “New approaches to the assessment and the recognition of learning“. Oli und ich haben (als wir mal eben die Welt erklärt haben) darüber geredet, dass social software keine Möglichkeit bietet, den Lernstand zu prüfen und zu zertifizieren. Wenn aber von Außer (besonders aus der Wirtschaft) der Bedarf nach Zertifikaten erhoben wird, dann müssen eLearning-Programme diesen Bedarf irgendwie befriedigen, wenn sie sich gegen Lern-Management-Systeme durchsetzen wollen. Soweit zumindest Oli und ich.

Graham Attwell sagt nun, dass Unternehmer mit den vielen Zeugnissen, Zertifikaten und Portfolios ihrer Bewerber total unglücklich sind, weil sie ihnen nicht helfen, festzustellen, was jemand denn wirklich kann:

we can’t tell what someone can do

Das bedeutet, dass soziales, kollaboratives eLearning diesen Bedarf nach Zertifikaten vielleicht doch nicht erfüllen muss, sondern aus seiner eigenen Dynamik heraus etwas eigenes, drittes, entwickeln kann, dass es erlaubt, bessere Aussagen darüber zu machen, was jemand kann, als Zertifikate.

Warum ist das gerade so wichtig für mich? Antje und ich sollen und wollen in den kommenden zwei Semestern ein eLearning Seminar anbieten, in dem wir ganz stark mit einem Wiki arbeiten werden. Meine große Sorge ist, dass die Notwendigkeit, den Studierenden einen (benoteten) Schein auszustellen die ganze Dynamik kaputt macht, die in dem Wiki entstehen kann.

Ok, Attwells Beitrag wird uns dieses Problem nicht lösen, aber er zeigt zumindest auf, dass es sich lohnt nach einem dritten zu suchen — Womit wir wieder bei meinem Lieblingsthema wären. Und am Ende dieses Posts.

Bis (hoffentlich) bald mal wieder!

Entry Filed under: 3qe, Wissenschaft. .

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