Auf der Suche nach einer Theorie

25.9.2006

Heute hat Nina mir ein paar Bücher empfohlen, die mir sehr interessant erscheinen.

Um die Bedeutung dieser Aussage zu verstehen, muss man wissen, dass Nina Psychologin ist. Bisher (d.h. in Hamburg) hatte ich ja nicht die allerbeste Meinung von Psychologen. Hier in Darmstadt, scheint die Psychologie aber einige gute Schritte über den Behaviorismus hinausgegangen zu sein. :-)

Bevor ich aber über die Bücher schreibe, muss ich erst ein Mal erklären, dass ich eine Theorie suche, mit der man Technik und soziale Prozesse miteinander in Beziehung setzen kann. Mehr nicht. Müsste eine Kleinigkeit sein.

Werner Sesink hat mir ja Bruno Latours Die Hoffnung der Pandora empfohlen. Daran lese ich auch mit Freude, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal. Ninas Empfehlungen sind da etwas bodenständiger:

Hutchins, Edwin: Cognition in the Wild

Das scheint so etwas ähnliches zu sein wie Lave und Wenger — Hutchins untersucht auch die Zusammenarbeit auf einem Navy Schiff — aber mit einem stärkeren Fokus gegen die Kognitionswissenschaft. Was ich noch nicht verstehe, ist worauf er den Fokus legt. Es gibt da eine „Occasional and eclectic book reviews by Cosma Shalizi„, das eher vernichtend ist. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob Shalizi recht damit hat, dass Hutchins keine neue theoretische Erkenntnis bringt, oder bloß die Perspektive nicht verstanden hat, mit der Hutchins an das ganze ran geht.

Ich habe halt bloß keine Lust 400 Seiten gute Argumente für eine Batesonische Perspektive zu lesen. Ich weiß selber, dass die gut ist. Nur wie man sie auf die Beziehung zwischen Menschen und Technik bezieht, das weiß ich noch nicht.

Clark, Andy: Being There: Putting Brain, Body, and World Together Again

Nina sagt, dass sei „sehr kognitionsmäßig“. Theoretische Substanz scheint das Buch zu haben (so auf den ersten Blick). Für den zweiten Blick muss ich nach Frankfurt, oder unser hiesiges Fernleih-System verstehen. Ächtz!

Sasha Barab

von ihm hat Nina mir zwar nur ein Buch empfohlen (und hat es auch — viel komfortabler), aber der Typ ist cool. Ich glaube, was der macht, ist sehr interessant für mich. Ich glaube, dass er noch sehr viel curriculärer guckt, also noch viel näher an formalem Lernen dran ist als ich, aber wie er über Design von Systemen und Strukturen redet, ist sehr spannend.

Entry Filed under: Wissenschaft. .

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